Wie weit und tief fallen die Rohstoffe allen voran Industrie- und Edelmetalle denn noch an den Märkten?

Seit Ende 2011 sind fast alle Rohstoffe, bis auf wenige Ausnahmen im Agrarbereich sehr stark gefallen. Allen voran die Industriemetalle, sowie alle Edelmetalle insbesondere Gold, Platin und Silber haben einen extremen Abwärtstrend hinter sich, der selbst nach über 50 Prozent Kursstürzen und mehr nicht zum Ende zu kommen scheint. Wie tief fallen die Rohstoffpreise denn noch, wie tief können sie überhaupt bei Industrie- und Edelmetallen fallen? Theoretisch um 100 %, in der Praxis jedoch wird es irgendwann einen Kurs geben, an dem kaum noch Verluste möglich sind, da die Produzenten und Minenbetreiber sonst alle vom Markt verschwinden würden.

Wie weit fallen der Goldpreis und die anderen Edelmetallpreise denn noch?
Gold als bekanntestes Edelmetall hat bereits einen heftigen Kurssturz von über 1900 USD je Unze auf knapp über 1000 USD seit Ende 2011 hinter sich gebracht. Bei den anderen Edelmetallen wie Silber sieht es teilweise noch deutlich düsterer aus. Die Frage ist: „Wie weit kann der Goldpreis eigentlich noch fallen“? Hier muss man sich zunächst einmal überlegen, bis zu welchem Goldpreisniveau die Goldminenbetreiber pro verkaufte Unze Gold noch Gewinn erwirtschaften. Dieser Wert liegt bei etwas um die 830-840 USD je Unze je nach Konzern, also nochmals gut 20 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau. Diese 20 Prozent Verlust sollen somit noch „locker“ drin sein, wenn sich der negative Trend fortsetzt. Unter 800 USD je Unze wird es dann mittelfristig- bis langfristig interessant. Große Goldminenbetreiber wie z.B. Barrick Gold können solche Kurse dann wohl länger verkraften und durchhalten als die kleineren Minenunternehmen. Im Bereich unter 650/700 USD je Unze Gold sollten dann die ersten dieser kleinen Firmen pleite gehen, oder von den Großen geschluckt werden. Hier dürfte sich dann spätestens eine Stabilisierung ereignen. Ein Sell Off auf 500 USD je Feinunze Gold und knapp darunter ist trotz allem nicht auszuschließen. Die anderen Edelmetalle haben ähnliche Kosten je Einheit, auf deren Basis man allerdings ebenso nur einen groben Richtwert errechnen kann, wo die Rohstoffpreise spätestens im Abwärtstrend zum stehen kommen könnten. Auch wenn ich mir wieder steigende Edelmetallpreise allen voran bei Gold, Platin und Silber wünsche, so ist ein weiterer 20 Prozent Rutsch und auch mehr leider nicht unwahrscheinlich!

Wie tief fallen Kupfer und die anderen Industriemetalle noch?
Das Drama bei den Industriemetallen welches ebenfalls Ende 2011 begann hat den Hauptdarsteller „Kupfer“. Der Kupferpreis ist einer der am meisten beobachteten Industriemetallpreise am Markt. Neben dem heftigen Absturz von Kupfer wurden auch andere Industriemetalle über breite Front hinweg in den Keller gejagt. Egal ob Nickel, Blei, Eisenerz, Aluminium oder auch Zink, alle Industriemetalle kannten in den letzten Jahren nur eine Richtung -> Abwärts!
Wie tief die Industriemetalle noch fallen können kann man in erster Linie genau wie mit den Produktionskosten bei Edelmetallen im ersten Beispiel berechnen. Im Vergleich zu den meisten Edelmetallen ist aber der Sektor der Industriemetalle viel Konjunktur- und wirtschaftsabhängiger. Eine fallende Industrieproduktion lässt die Rohstoffpreise allen voran bei den Metallen und auch bei den Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle deutlich fallen. Dieser Verfall kann noch heftiger als bei den Edelmetallen ausfallen und sehr weit und nachhaltig unter die Produktionskosten der Minenbetreiber und Rohstoffexplorer sinken. Eine Prognose ist in diesem Falle also deutlich schwieriger und noch ungenauer als die bei den Edelmetallen. Die Gefahr heißt hier ganz klar -> Emerging Marktes

Die Emerging Markets und ihre sinkende Rohstoffnachfrage, oder wie China die Industriemetalle abstürzen lässt
Die Industrienationen sind schon sehr lange nicht mehr die Hauptabnehmer der gewaltigen weltweiten Rohstoffproduktion. Das Problem sind die Emerging Markets (Länder an der Schwelle zur Industrienation, oder Länder die sich „gerade“ dorthin begeben haben). Hier trifft die „Schuld“ vor allem China, dessen immer stärker werdende Rohstoffnachfrage der vergangenen 30 Jahre plötzlich stark reduziert wurde und dessen Wirtschaft nun zu „lahmen“ beginnt. Die Folge ist ein deutlicher Rückgang der Nachfrage nach Industriemetallen bei gleichzeitig über die Jahrzehnte stark ausgeweitetem Angebot durch gigantische Produktionskapazitäten. Die Folgen sehen wir aktuell an den Weltmärkten. Teils wird in dieses Chaos auch noch subventioniertes Kupfer, Stahl und Öl gepumpt. Die aktuellen Kurse spiegeln nur die Realität wieder.



Fazit und ein kurzer Schwenk zum aktuellen Ölpreis:
Man kann als Fazit aus der ganzen Situation ziehen, das trotz der erheblichen Kurseinbrüche bei den Rohstoffen immer noch viel Platz nach unten ist. Eigentlich müssten die Aktienmärkte deshalb langsam in Panik geraten. Die Rohstoffpreisentwicklung ist in der Regel ein guter Indikator für die reale Beschaffenheit der Weltwirtschaft. Dieser Indikator sieht aktuell mehr als schlecht aus. Die Märkte steigen ausschließlich nur noch auf Grund des extrem billigen Notenbankgeldes der EZB und der FED, die zusätzlich noch ständig unfassbar teure und mit Milliarden Euro/USD hinterlegte Anleihekäufe tätigt. Würden diese künstlichen Niedrigzinsen und Anleihekäufe plötzlich abgebrochen, dann wäre ein Minus bei den weltweiten Aktienmärkten von 40 Prozent und mehr noch sehr konservativ!
Der Ölpreis ist neben den Industriemetallen und seinen Energieträger „Kollegen“ nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht und der verringerten Nachfrage am Boden, sondern auch durch erhebliche Überproduktion und dem zusätzlichen umweltschädlichen Fracking Boom. Daneben scheinen hier auch politische Interessen hinzuzukommen. Vom Öl lasse ich somit die Finger, hier kann ich überhaupt nicht einschätzen wie tief die Kurse noch fallen könnten, oder wie lange sie auf dem aktuell sehr niedrigen Niveau verharren werden.
Ein politisch gewollter und geförderter Preis ist kein echter Preis!

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