Sind Anleihen überhaupt noch attraktiv? Das Chancen- Risikoverhältnis war noch nie so schlecht.

Aktuell gibt es kaum noch Alternativen zu Aktien am Markt, zumindest scheint es so auf den ersten Blick. Anleihen werfen kaum noch Zinsen ab, einige Anleihen haben 0 % Renditen oder notieren sogar negativ, das heißt Investoren müssen Geld dafür zahlen, damit sie einem Unternehmen oder einem Staat Geld leihen. Man leiht Geld um weniger Geld zurückzubekommen, aber übernimmt gleichzeitig das Risiko sein komplettes Geld auf Grund eines Zahlungsausfalls zu verlieren. Ein katastrophales und paradoxes Chancen/Risikoverhältnis!

Deutsche Staats-Anleihen mit kurzer und mittelerer Laufzeit:
Hier sind einige Marktteilnehmer sogar gezwungen zu investieren und garantiert eine negative „Rendite“ einzufahren. Einige Versicherungen und Altersvorsorgeanbieter müssen auf Grund ihrer festgeschriebenen Mindestinvestitionssummen in deutsche Staatsanleihen investieren, egal ob sie dabei garantiert Geld verlieren werden oder nicht. Deutsche Staatsanleihen haben Minusrenditen, die durch die Inflationsrate sogar real noch schlechter abschneiden, als sie ohnehin schon sind. Wer frei entscheiden kann in welche Staatsanleihen er investiert, der muss meiner Meinung nach verrückt sein solche „Garantie-Verlust-Papiere“ zu kaufen.

Sind Anleihen deshalb generell unattraktiv?
Ganz klar „Nein“, denn Anleihen sind nach wie vor sehr gut zur Diversifikation eines Portfolios geeignet und senken das Risiko im Vergleich zu einem reinen Aktienportfolio ordentlich. Deutsche Staatsanleihen mit kurzer oder mittlerer Laufzeit, die negative Renditen „erwirtschaften“ sollten hier außen vor bleiben. Es gibt genug Unternehmensanleihen, nicht nur aus Deutschland, die zwar niedrige, aber im Vergleich zum Festgeld oder Tagesgeldkonto bessere Renditen abwerfen. Klar ist hier, dass je „sicherer“ die Rückzahlung der betreffenden Unternehmen ist, die Zinsen im Gegenzug niedriger sind. Man sollte ganz genau hinschauen in welche Unternehmen man investiert und nur dann kaufen wenn man sich absolut sicher ist und das Risiko einschätzen kann. Anleihen sind niemals 100 % sicher! „Je höher die Zinsen, desto unsicherer die Rückzahlung“, kann hier sehr gut als Faustformel verwendet werden.

Anleihen mit Währungsrisiken und Chancen, sowie „exotischere“ Anleihen:
Neben moderat verzinsten Anleihen, sowohl von Staaten als auch Unternehmen aus den G7 Ländern und andere große Industrienationen, kann man natürlich auch in „exotischere“ Märkte investieren. Mexikanische Staatsanleihen, oder Staatsanleihen aus dem aktuell pleitebedrohten Venezuela sind deutlich höher verzinst und beinhalten neben ihrer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit meist auch Währungskursrisiken, sowie Chancen, wenn sie nicht in Euro notieren. Diese Anleihen sind besonderst heikel, auf einen Totalverlust kann man sich in diesem Sektor durchaus einstellen. Möchte man jedoch von einem steigenden USD profitieren und „weniger“ Risiken eingehen, dann kann man sich z.B. US Staatsanleihen kaufen und neben den geringen Zinsen, bei einem steigenden USD auch noch Währungsgewinne mitnehmen. Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt, wenn der Euro steigt entstehen Währungsverluste.



Fazit:
Anleihen sind auch in Zeiten niedriger Zinsen, wenn man von einigen Wenigen wie z.B. deutschen Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit absieht weiterhin attraktiv. Ein reines Aktiendepot wäre mir viel zu risikoreich. Anleihen mildern Verluste und Schwankungen in der Regel ab. Ich kaufe seit längerem auf Grund der erhöhten Risiken bei Einzelinvestments keine einzelnen Anleihen mehr. Daher investiere ich hauptsächlich in Anleihefonds, die ich auch unter Fondsvorstellungen vorgestellt habe. Klassische Anleihen mit hohem Rating haben aktuell leider sehr niedrige Zinsen, es kann sich trotzdem lohnen diese zu kaufen, wenn sie in die persönliche Anlagestrategie passen. Wie und wo man Anleihen kauft finden sie im Bereich „Börse für Einsteiger“ unter „Anleihen kaufen und verstehen

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