DAX Crash oder Korrektur worin liegt der Unterschied?

Crasht der DAX gerade oder korrigiert er noch? Diese Frage wird sehr häufig gestellt und hundertfach verschieden beantwortet. Das Problem an der Frage ist nicht die Frage selbst, sondern die Meinung darüber, was ein Crash ist und was eine Korrektur. Einige Marktteilnehmer deuten schon Kursrückschläge im DAX von 10 % als Crash. Bei anderen Börsen-Akteuren ist es nicht die prozentuale Veränderung an sich, sondern die Unterschreitung der 200 Tage Linie des gleitenden Durchschnitts was eine Bestätigung für einen Crash darstellt. Die meist gebrauchte Antwort ob Crash oder Korrektur ist die „Minus 25 Prozent“ Marke.
Ein Minus von 25 Prozent vom Hoch gilt für unzählige Marktteilnehmer als eindeutiger Crash.

Wo befinden wir uns gerade im DAX? Crash oder Korrektur?
Vor einiger Zeit schrieb ich zwei Beiträge zu den unterschiedlichen Marktphasen bzw. Börsenentwicklungsphasen. Neben den „positiven Aktienmarktphasen“, habe ich hier auch die „negativen Aktienmarktphasen“ aufgeführt.
Dies sind natürlich nur einige Richtwerte, denn niemand kann genau sagen wo wir uns gerade befinden. Das einzige was man ungefähr einschätzen kann, ist die Wahrscheinlichkeit, ob aus einer DAX Korrektur eben ein Crash wird, oder ob die Korrektur eine einfach Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends oder großen Seitwärtstrends bleibt.



Indizien für einen DAX- bzw. Aktienmarktcrash
Mehrere Faktoren erhöhen zunehmend die Wahrscheinlichkeit, ob ein Markt weiter korrigiert und dann letztendlich in einem ordentlichen Crash landet oder nicht.
Ganz eindeutige Punkte, die diese Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen können sind folgende:

  • Zinsentscheide der Zentralbanken
  • Marktwirtschaftliche Kennzahlen z.B. BIP, Arbeitslosenzahlen und Unternehmensgewinne
  • Charttechnik
  • Die Rohstoffpreise
  • Beendete Konjunkturprogramme
  • Politische Spannungen und Probleme
  • Staatspleiten
  • Terror, sowie Terrorgefahren
  • Umweltkatastrophen
  • Kriegerische Auseinandersetzungen

Je mehr negative Kennzahlen und Ereignisse daraus resultieren, desto höher die Crash Chance für die Aktienmärkte!

Ein reales Beispiel zur Crashwahrscheinlichkeit:
(Seit Frühling 2015, bis aktuell Herbst 2015)

Ich habe mich seit einiger Zeit durch Absicherungen in meinem Wikifolio Zertifikat „Eitelmann-Invest Global“ auf den aktuellen Crash vorbereitet, etwas zu früh, aber es hat sich inzwischen gelohnt.
Es gab natürlich einige Punkte, die für einen ordentlichen DAX Crash gesprochen hatten und dies auch heute immernoch tun!:

  • Russland Sanktionen
  • Griechenland (inoffizielle Pleite)
  • Ab Sommer deutlich verdüstertes DAX Chartbild
  • Mittlerweile fast Handlungsunfähige Notenbanken
  • Mini Inflation
  • Die eigene Einschätzung sich auf einem „Boom –Hoch“ zu befinden
  • Extrem stark sinkende weltweite Rohstoffpreise
  • Gefahr von Ukraine Konflikt Eskalation
  • Psychologische Veränderungen in der Stimmung der Marktteilnehmer

Im August platze dann aus all diesen Gründen der Stöpsel unten raus und entlud sich in einer ordentlichen Herbstkorrektur im DAX. Bisher halte ich das ganze nur für einen kleinen Crash, dazu aber mehr im Beitrag:
Wann ist ein Crash überhaupt ein Crash?“

Ein Aktienmarktcrash lässt sich niemals genau prognostizieren!
Egal wie viele der oben genannten Punkte für oder gegen einen Crash sprechen, es sind immer nur Wahrscheinlichkeiten. Der DAX hätte trotz allem noch weiter steigen können. Ich glaubte schon früher an eine stärkere Korrektur, auch auf Grund meiner aufgeführten Liste. Es mussten aber anscheinend noch mehr dieser Gründe werden, damit es zum Knall kam. Eine frühe Absicherung hat mich natürlich Performance gekostet, aber auch Sicherheit gegeben.
Umgekehrt kann es in einem Traumumfeld für den Aktienmarkt auf Grund nur eines extremen Ereignisses zu dramatischen Veränderungen und einem Crash kommen. Es gibt zum Glück nur wenige solcher Ereignisse. Die Lehmann Pleite gehört meiner Meinung nach z.B. nicht dazu, denn der Immobilienmarkt war vorher schon gepaart mit einigen anderen Sektoren stark angeschlagen. Es roch regelrecht nach Problemen.

Fazit:
Es bleibt jedem selbst überlassen, ob und wann er sich für einen Crash rüstet und gegebenenfalls sein Depot absichert. Ganz spekulative Investoren können natürlich auch von einem Crash profitieren, im Beitrag „Mit fallenden Aktienkursen Geld verdienen“ dazu mehr. Fakt ist, ein Crash lässt sich nur auf Grund vorhandener Informationen mit mehr oder weniger hoher Wahrscheinlichkeit prognostizieren, eine 100 % sichere Methode gibt es nicht.

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