Meine persönliche konservative 1-ETF-Strategie kombiniert mit meinem gesamten Anlagevermögen

Meine neue Strategie ist durch die Kombination bestehend aus einer selbstgenutzten und abbezahlten Immobilie zusammen mit Cash und einer 1-ETF-Strategie sehr konservativ gehalten. Maximale Rendite wird hier definitiv nicht angestrebt, dafür aber ruhige Nächte und langfristig nachhaltiges Kapitalwachstum.
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Ich habe nun meine selbstbewohnte Immobilie vollständig abbezahlt und benötige somit den kompletten konservativen Teil meines bisher genutzten Weltportfolios nicht mehr. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, eine wirklich sehr einfache und rein auf globalen Aktien basierenden Anlagestrategie an der Börse umzusetzen.

Diese stützt sich nur auf einen einzigen Aktien ETF! Trotzdem ist diese neue Anlagestrategie noch konservativer, als die meines bisher vorgestelltes Weltportfolio, da sie mit meinem gesamten Anlagevermögen kombiniert wurde.


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Die „Ein ETF Strategie“ besteht zwar nur aus einem einzelnen Investment an der Börse in Form eines sehr breit gestreuten globalen ETF, in diesem Fall ist es der Vanguard FTSE All World ETF WKN: A1JX52, ISIN: IE00B3RBWM25, jedoch ist dies gleichzeitig nicht die einzige Geldanlage in der praktisch das komplette Kapital steckt.

Alles nur in einen ETF zu investieren, ohne weitere Vermögensanteile zu besitzen, finde ich viel zu riskant, weshalb sich diese Strategie auch grundlegend von der reinen „1-ETF-Strategie“ unterscheidet, die ich auf meinem Blog bereits vorgestellt habe.

Ja, auch diese „All-in-ein-ETF-Strategie“ funktioniert per Sparplan über 20-25 Jahre Anlagedauer super, allerdings bei einem zeitweise sehr hohen Risiko und ebenfalls sehr starker Volatilität (Schwankungsbreite)

Nur ein weltweiter Aktien ETF als Börseninvestition und trotzdem eine konservative Geldanlage?

Die Strategie ist wie eingangs erwähnt noch konservativer, auch wenn sie nur auf einen weltweiten Aktien ETF setzt, selbst wenn man sie direkt mit der meines Weltportfolios vergleicht.

Mein Weltportfolio würde ich immer noch genauso kaufen, wenn ich nicht wie bereits erwähnt über eine vollständig bezahlte eigene Immobilie verfügen würde. Reine Aktieninvestments, auch die, die auf einen breiten globalen Index setzen, können auf Sicht von 15 Jahren erhebliche Verluste einfahren und sehr stark schwanken.

Da nun aber die selbstgenutzte Immobilie, mit praktisch monatlicher Mietfreiheit existiert, ersetzen die daraus resultierenden steuerfeien, virtuellen Erträge locker durch die Mietfreiheit die Einnahmen, die zuvor aus der konservativen Anlagequote des Weltportfolios kamen. Diese bestanden aus Dividendentiteln, internationalen Anleihen und Wandelanleihen, sowie Gold als Absicherung.

Die selbstgenutzte Immobilie ist somit eine feste und äußerst konservative Basis der neuen Strategie. Da sie nicht verkauft werden soll und selbst von uns bewohnt wird, sind deren gängige Marktpreisschwankungen für mich irrelevant.

Eine geringe Aktienquote, ein hoher Cashbestand und das selbstgenutzte Immobilienkapital mit der monatlich steuerfreien Rendite in Form einer vollständigen Mieteinsparung

Das Depot an sich besteht tatsächlich nur noch aus einem ETF, allerdings nicht das Gesamtkapital! Die Aufteilung ist äußerst konservativ gewählt und lautet in ihrer Basisaufteilung wie folgt:

  • 25 Prozent in den Vanguard FTSE All World ETF
  • 25 Prozent Cash
  • 50 Prozent Immobilienwert nach dem bisherigen höchsten Marktpreis bewertet mit Ersparnis der Miete als Rendite

Welches maximale Risiko ergibt sich aus dieser Strategie?

Abgesehen von Zwangsenteignungen im Extremfall bei einer selbstgenutzten Immobilie oder einem völligen Zusammenbruch des Euro, der dann jedoch eine massive wirtschaftliche Krise zur Folge hätte bzw. dem bereits ein erheblicher Abschwung am Aktienmarkt vorausgegangen sein muss, liegt der volatile und risikobehaftete Anteil des Gesamtkapitals bei nur 25 Prozent in Form des Vanguard FTSE All World ETF. Im Extremfall können es auch knapp 50 % ETF Anteil sein, dann aber bei einem stark reduziertem Crash-Risiko; Erklärung siehe unten.

Selbst wenn die weltweiten Aktienmärkte in einen größeren Crash von Minus 50 Prozent übergehen, verliert mein Gesamtkapital nur 12,5 Prozent an Wert, ausgehend von 25 Prozent Gewichtung des ETF.

Selbst ein wesentlich stärkerer Crash hätte noch moderate Auswirkungen auf mein Gesamtkapital, während im Gegensatz dazu eine 100 Prozent Anlage in nur den einen ETF zu extremen Verlusten führen würde. Ein Einbruch des MSCI World All Country Index bzw. des FTSE All World Index von 60 bis 70 Prozent hätte verherrende Folgen auf den reinen „1-ETF-Anleger“, vor allem wenn dieser voll investiert ist.

Vorangegangene schwere Weltwirtschaftskrisen lehren uns, dass es eben nicht nur 15-17 Jahre dauern kann, bis ein Depot wieder bei Plus/Minus Null zu seinem vorherigen Höchststand notiert. Diese Zeitangabe stammt aus der Milchmädchenrechnung in der nur die vergangenen 60-70 Jahre der Börsengeschichte berücksichtigt wurden. Es kann auch historisch betrachtet problemlos 30 Jahre dauern, bis ein Index sich wieder auf Ausgangsniveau befindet, auch wenn dies wirklich sehr selten auftritt und relativ unwahrscheinlich ist.

Warum so viel Cash und gibt es eine aktive Komponente der Strategie?

Der Welt ETF wird monatlich per Sparplan bespart. In genau derselben Höhe fließt ein Betrag auf das Tagesgeldkonto.

Beispiel: Monatliche Gesamtsparrate 500 Euro = 250 Euro in den Vanguard FTSE All World ETF und 250 Euro auf das Tagesgeldkonto.

So ergibt sich grob auf die Dauer ein gleich hoher Investitionsbetrag in den ETF und ein ähnlich hoher Betrag auf dem Tagesgeldkonto. Natürlich müssen dabei die Kursschwankungen, sowohl nach oben als auch unten des FTSE All World ETF, sowie die rund 2 Prozent hohen, jährlichen Ausschüttungen des ETF, die durch vier geteilt und jeweils einmal im Quartal erfolgen, berücksichtigt werden.

Verkauft wird der ETF bis auf eine spezielle Ausnahmesituation durch Maximalwertbegrenzung im Gesamtvermögen nicht!

Das grundlegende Halten des Vanguard FTSE All World ETF auch in Krisenzeiten steht nicht zur Debatte. Selbst bei sehr starken Einbrüchen, sogar wenn diese 75 Prozent Verlust und mehr an den Weltmärkten zur Folge hätten, wird dieser ETF weiter gehalten.

Es wird zudem keine Absicherungsstrategie oder Voll- oder Teilverkaufsstrategie verfolgt, selbst wenn die Märkte übertrieben hoch erscheinen und der Weltindex bereits mehrere hundert oder gar tausend Prozent im Plus liegt.

Verkäufe finden tatsächlich nur dann statt, wenn der FTSE All World ETF wertmäßig den Wert des bisherigen höchsten Marktpreises der selbstgenutzten Immobilie übersteigt. Dann wird nur so viel verkauft, dass er maximal wieder dem bisherigen Höchstpreiswert der Immobilie entspricht.


Nun kommt die aktive strategische Komponente des hohen Cashanteils nach sehr einfachen Regeln hinzu:

Die Cashquote ist mit einem Basiswert von 25 Prozentpunkten an meinem Gesamtvermögen sehr hoch gewichtet. Dies hat nicht nur den Hintergrund eine deutlichen Risiko- und Volatilitätsreduktion bei meinem gesamten Anlagevermögen zu erreichen, sondern bietet auch sinnvolle Rücklagen für gezielte Sonderkäufe des FTSE All World ETF.

Diese Sonderkäufe erfolgen nach einer sehr einfachen und leicht nachvollziehbaren Kaufstrategie zu besonders günstigen Zeitpunkten:

Fällt der FTSE All World ETF um 20 Prozent von seinem bisherigen All Time High, dann werden exakt 20 Prozent des aktuellen Cashbestandes in den FTSE All World ETF investiert. Fällt er um 30 Prozent vom All Time High, folgen erneut 30 Prozent vom aktuellen Cashbestand. Dies geht in 10er Schritten so weiter, beginnend erst bei einem Minus von 20 Prozent!

Es betrifft immer nur den aktuellen Wert des Cash-Anteils!

Beispiel:

  • FTSE All World Index Minus 20 Prozent bei aktuell 100000 Euro Cashbestand = 20000 Euro Sonderkauf des FTSE All World ETF.
  • Fällt der Index schnell weiter um Minus 30 Prozent, dann werden von diesen 80000 Euro die 30 Prozent abgezogen und investiert, nicht von den vorherigen 100000 Euro. Das heißt also nicht 30000 Euro als Investition in den ETF, sondern auf die 80000 Euro bezogenen 30 Prozent und somit nur 24000 Euro als ETF Investition.
  • Bei 40 % Minus im FTSE All World ETF werden von den verbleibenden 56000 Euro die 40 Prozent in den ETF investiert, also in diesem Falle 22400 Euro usw…

Ausschüttungen und Sparraten sowie die eine gültige Verkaufsregel, erhöhen den Cashbestand wieder fortlaufend

Der Cashbestand füllt sich immer wieder durch die monatlichen Sparraten und vor allem langfristigen Ausschüttungen des Vanguard FTSE All World ETF auf. Der ETF schüttet rund zwei Prozent seines Wertes im Jahr aus und verteilt diesen auf vier Quartalsausschüttungen, die automatisch dem Cashbestand zufließen bzw. auf das Tagesgeldkonto manuell überwiesen werden. Dazu kommen die monatlichen Sparraten die zur Hälfte auf dem Tagesgeldkonto landen, sowie gegebenenfalls Verkäufe aus der bestehenden Sonderverkaufsregelung.

Die einzige Möglichkeit, wann Teile des ETF Vermögens verkauft werden

Wie weiter oben bereits erwähnt, wird der FTSE All World ETF grundlegend, bis auf folgende Sonderregelung nicht verkauft, egal wie stark er bereits gestiegen oder gefallen ist.

Es werden tatsächlich nur die Anteile verkauft, die wertmäßig über den aktuellen letzten Höchstwert der selbstgenutzten Immobilie hinausgehen.

Zwei einfach Beispiele, wie es in der Realität aussehen kann:

Die Ausgangslage ist hier zur leichteren Berechenbarkeit folgende: 100000 Euro ETF, 100000 Cash und 200000 Euro Immobilienwert; bewertet zum bisher höchsten Marktpreis.

  1. Die weltweiten Aktienmärkte steigen über Jahre stark an, aus den 100000 Euro im ETF werden 220000 Euro, der Immobilienwert bleibt mit 200000 Euro zum bisherigen Höchstpreis gleich. Dann werden 20000 Euro des ETF verkauft und fließen direkt dem Cash Bestand zu. Der ETF notiert 20000 Euro über dem bisher höchsten Immobilienpreis, was den Verkauf nach der Sonderregelung gerechtfertigt hat.
  2. Nach einem sehr heftigen Börsencrash von 65 Prozent, wurden sehr große Teile des Cashbestandes in den FTSE All World ETF als Sonderkäufe eingezahlt. Nun steigt die Börse wieder und es ergeben sich folgende Werte 230000 Euro ETF Wert, 35000 Euro Cash und 200000 Euro Immobilienwert. Dann werden 30000 Euro des ETF verkauft und der verkaufswert in den Cashbestand übernommen.

Gibt es einen maximalen Anlagewert bei dem ich Cash aus der Strategie herausziehe?

Ja den gibt es. Die Verwendung von zusätzlichem Geld für Reisen, Erholung, größere Anschaffungen, Spaß und Unternehmungen erfolgt dann, wenn der Cashbestand den bisher höchsten erreichten Immobilienwert übersteigt.

Ist dies der Fall, dann kann logischerweise zuvor kein Börsencrash stattgefunden haben, da sonst sehr viel Geld für Sonderkäufe in den ETF geflossen wäre. Alternativ ist also der Wert des ETF bereits so gesättigt und gestiegen, dass dieser die Immobilie vom Gesamtwert her deutlich übersteigen würde und somit immer wieder Sonderverkäufe auslöst.

Ab einer gewissen Summe ist dann auch der Cashbestand derart hoch, dass es sich nicht mehr lohnt noch mehr zu sparen. Also heißt es dann zusätzlich sinnvoll Geld ausgeben und Spaß haben…

Fazit und Zusammenfassung der Zusammensetzung dieser Strategie

Im Prinzip ist schon alles zu dieser wirklich einfachen und konservativen Anlagestrategie gesagt worden. Ich möchte aber noch drei konkrete Beispiele zur Allokation und ihrer möglichen „Extreme“ aufzeigen.

Im Idealfall (der so allerdings kaum möglich ist, selbst nach kurzer Spardauer durch Kursschwankungen, Ausschüttungen und Immobilienwertveränderung), sieht die Aufteilung der Investitionen wie folgt aus:

25 % Anteil FTSE All World ETF, 25 % Anteil Cash, 50 % Anteil der selbstgenutzten Immobilie, bewertet zum bisher höchsten erreichten Marktwert.



Nun gibt es zwei Extremwerte bei der Aufteilung, wobei die erste Variante sehr unwahrscheinlich, aber dennoch möglich ist und die zweite Variante langfristig eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besitzt:

  1. Nach einem verehrenden Börseneinbruch beträgt die Cash Quote nur noch wenige Prozent und der FTSE All World ETF nimmt fast 50 Prozent des gesamten Vermögens ein. Auch wenn jetzt die Aktienquote am höchsten ist und somit eigentlich auch das Risiko am höchsten wäre, ist der Markt nach unten hin relativ gut abgesichert, denn er musste somit zuvor locker über 70 Prozent gefalle sein, um so viel Cash für Sonderkäufe abzurufen.
  2. Die Börse läuft über Jahre ausgezeichnet, der Cashbestand wurde nicht abgebaut und füllt sich ständig weiter durch Verkäufe der hohen ETF Bewertung, die so über dem Immobilienwert liegt sowie aus den regelmäßigen Ausschüttungen des ETF auf. Dazu kommt noch die monatliche Sparrate, die natürlich ebenfalls in den Cashbestand mit einfließt. In diesem Fall kann es dazu kommen, dass der ETF z.B. 200000 Euro wert ist, die Immobilie 200000 Euro und der Cashbestand ebenfalls die 200000 Euro erreicht hat. Damit ist dann auch wirklich das maximale Investitionslevel je Assetklasse erreicht, da ab diesem Zeitpunkt bei Überschreitung des Cashbestandes im wertmäßigen Vergleich zur Immobilienbewertung Kapital ausbezahlt wird. Die Aufteilung hat sich zu diesem Zeitpunkt auf die zur gleichen Zeit maximal mögliche Gewichtung jeder Anlageklasse von 33,33 % ETF, 33,33 % Cash und 33,33 % Immobilie eingestellt.

Zum Thema weiterführende Informationen und zusätzliche interessante Beiträge:


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Über Marco Eitelmann 367 Artikel
Mein Name ist Marco Eitelmann und ich freue mich, dass Dein Interesse für diesen Blog, der mittlerweile schon seit 2014 existiert, geweckt wurde. Auf dieser Webseite geht es hauptsächlich um die Themen: „Selbständigkeit, Blogging und Internetmarketing sowie Börse und damit verbundene Investitionsmöglichkeiten“. Ziel aus allen Themen soll ein möglichst stabiles, langfristiges und vor allem nachhaltiges passives Einkommen sein. Meine Qualifikationen: Ich bin finanziell selbständig und erfolgreich unabhängig durch meine Web-Projekte und meine Börsen-Investitionen geworden und verfüge so über tiefes Fachwissen in diesen Bereichen aus langjähriger Erfahrung und stetiger Weiterbildung. Ich bin seit 1998 durchgehend privat am Kapitalmarkt tätig und habe von Aktien, Anleihen, Rohstoffen, Fonds, ETF bis hin zu Zertifikaten wie Turbo Optionsscheinen, Mini Future- und Bonus/Reverse Bonus Zertifikaten alles aktiv gehandelt. Ich habe sowohl den Crash von 2000 als auch den von 2007/2008 mit prozentual geringen Verlusten mitgemacht und kenne nicht nur die Sonnenseite der Märkte. Meine grundlegende Investitionsstrategie ist konservativ, global breit diversifiziert und langfristig ausgelegt.

2 Kommentare

  1. Interessanter Wechsel von 23P? Positionen auf eine! 🙂

    Wie reagierst Du, wenn Dein Vermögen langfristig deutlich den Wert der Immobilie übersteigt?

    • Hallo Maurice,

      Es waren genau 25 (22 ETF, 1 ETC 2 Fonds) Positionen. Nach der Strategie kann das Vermögen nur maximal zweifach den Immobilienwert übersteigen (siehe am Ende des Beitrages), dann wenn der Fall von 33,33 % für jede Anlageklasse eintritt. Alles was darüber hinaus geht wird sinnvoll ausgegeben für Hobbys, Spaß, Erholung, Urlaub usw.

      Gruß
      Marco

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