Wie viel Vermögen benötigt ein Privatier um von den Erträgen seines Kapitals gut und sicher leben zu können?

Privatier werden ist sicherlich ein Ziel vieler Menschen, die sich intensiver mit dem Thema „passives Einkommen“ auseinandergesetzt haben. Von ständigen Erträgen, oder einem großen Vermögen gut und sicher leben zu können bedarf aber oftmals viel Vorbereitungszeit, außer man möchte natürlich schnell reich werden. Zu diesem Punkt habe ich auch den Beitrag „Wie kann man schnell reich werden?“ geschrieben. Sollte man egal auf welchem Weg das Ziel des Privatiers erreichen wollen, dann stellt sich natürlich die Frage: „Wieviel Geld braucht ein Privatier um davon sicher und gut leben zu können?“

Was ist überhaupt ein Privatier?
Ein Privatier ist ein Mensch der von seinem Vermögen, Erträgen, Mieten und sonstigen passiven Einkünften leben kann und somit nicht mehr auf Angestelltenverhältnisse, oder eine aktive Selbstständigkeit angewiesen ist. Er ist praktisch „privat“ und finanziell unabhängig. Bei sehr großen Vermögen sind Privatiers neben finanziellen Unabhängigkeit auch völlig Ortsunabhängig.

Wie viel Geld bzw. Vermögen benötigt ein Privatier um davon leben zu können?
Die Höhe des Vermögens, bei der ein Privatier gut davon leben kann ist von mehreren Faktoren abhängig:

  • Alter
  • Die „sichere“ Rendite der Investitionen
  • Die gewünschte Höhe der Einkünfte, die für ein individuell gutes Leben erforderlich ist
  • Die Höhe der Entnahmerate aus dem Vermögen, falls die reinen Ausschüttungen bzw. Einkünfte nicht reichen sollten.

Was heißt „gut und sicher“ als Privatier von einem Vermögen zu leben?
Ein „gutes und finanziell abgesichertes Leben“ zu führen ist individuell abhängig und reine Definitionssache. Es gibt Menschen die locker mit 1500 Euro Brutto im Monat auskommen und ein für sich angenehmes und finanziell sicheres Leben führen können. Daneben gibt es natürlich auch einige Menschen, für die 3000 Euro Brutto im Monat viel zu wenig sind. Für mich wären 3000 Euro Brutto völlig ausreichend, um alle Grundbedürfnisse mehr als zu decken und ab und an Luxus zu erleben bzw. zu kaufen.
„Gut und finanziell sicher leben“ definiere ich z.B. eher in Freiheit und Unabhängigkeit, statt als Überschüttung von Luxus.

Mein Buchtipp von einem Bloggerkollegen der es mit 56 geschafft hat mit dem Titel:
Gedanken eines Privatiers: Freiwilliger Ruhestand mit 56 Jahren

Ein Beispiel, wie viel Vermögen man für 3000 Euro Brutto Erträge im Monat als Privatier braucht.
3000 Euro Brutto jeden Monat, bedeuten 36000 Euro Brutto im Jahr. Bei einer realistischen Dividenden- und Fondsauschüttungsrendite von 3,5 Prozent, würde somit ein permanentes Vermögen von knapp über einer Millionen Euro von Nöten sein, zumindest dann wenn man seine Millionen nicht jährlich reduzieren möchte. Starke Kursschwankungen können die Dividenden und Zinserträge ebenfalls einbrechen lassen. Während bei Aktien die Dividenden variabel sind, bleiben sie bei Standardanleihen in der Regel jährlich gleich.
Eine Millionen Euro ist eine Menge Geld, weshalb lieber noch andere passive Einkommensquellen, allein schon aus Diversifikationsgründen erschlossen werden sollten.

Die möglichen passiven Einkunftsquellen eines Privatiers

  • Zinsen
  • Dividenden
  • Fondsausschüttungen
  • Mieten
  • Lizenzen
  • Einnahmen durch Blogs/Homepages
  • Lifetime Provisionen
  • Verkauf Provisionen z.B. durch E-Book
  • Pachteinnahmen
  • Klassische Rente
  • Privatrenten

Im Alter tut es als Privatier auch eine halbe Millionen Euro bei 3000 Euro passives Bruttoeinkommen im Monat
Mit einem Alter von über 75 Jahren, braucht man nicht mehr so viele Zinseinnahmen und kann von seinem Vermögen Stück für Stück abbauen, um seinen Lebensstandard zu halten. So hart es klingen mag, die meiste Zeit hat man zumindest im Jahr 2015 mit 75 Jahren hinter sich. Eine halbe Millionen reicht dann inkl. Zinsen noch weit über 15 Jahre. Dies bedeutet ein Alter von mindestens 90-95 Jahren, bei dem man Monat für Monat 3000 Euro Brutto verprassen kann. Sollte man dann 100 Jahre und mehr werden, kann man vorher schon mit leichten Einschränkungen gegensteuern.



Fazit:
Das Mindestvermögen eines Privatiers ist von vielen Faktoren abhängig. Wer heutzutage mit 75 Jahren und 3000 Euro Brutto im Monat hinkommt, dem reicht ein reines Dividendenaktien/Anleihedepot, welches natürlich in einem solch hohen Alter gut abgesichert sein sollte. Wie das Ganze für die heutige Generation im Jahr 2050 aussieht, ist wieder ein ganz anderes Blatt. Vielleicht ist die Lebenserwartung dann weit über 100 Jahre, vielleicht sogar 150 Jahre und mehr. Irgendwann werden Menschen vielleicht auch gar nicht mehr sterben. Die Technologie wird unaufhaltsam voranschreiten, zumindest solange wir uns nicht selbst wieder in die Steinzeit zurückversetzten, oder ein gewaltiges Unglück passiert. Das Alter spielt jedoch nur für Privatiers eine tragende Rolle, die von ihren Erträgen allein nicht leben können und monatlich oder jährlich von ihrem Vermögen zehren müssen. Ist man ohnehin reich genug, dann kann man auch 1000 Jahre alt werden ohne sich darüber Gedanken zu machen. Die Investitionen kann man dann so extrem breit und intensiv streuen, dass schon die ganze Welt untergehen müsste um alles zu verlieren, dann wäre es aber ohnehin egal. Mehr dazu auch unter „Sind Aktien eine langfristig sichere Geldanlage?“

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