Negativzinsen auf das Girokonto, Sparbuch und Tagesgeldkonto? „Strafzinsen“ für Sparer gibt es bereits!

Seit Jahren senkt die EZB (Europäische Zentralbank) die Leitzinsen. Für den „durchschnittlichen“ Sparer ist dies schon länger an den Sparbüchern und Tagesgeldkonten in Form von winzigen, bis gar nicht mehr vorhandenen Zinsen spürbar. 0,25 Prozent Zinsen, oder doch lieber gleich 0 Prozent? Macht das unter 10000 Euro Geldvermögen überhaupt noch groß einen Unterschied? Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der „Null Prozent Zins“ in der breiten Masse der Gesellschaft zum Standard wird, doch was kommt danach? Minuszinsen aufs Sparbuch, Tagesgeld, oder gar Girokonto? Für größere Vermögen ist ein Negativzins, man könnte ihn auch „Strafzins für Sparer“ nennen bereits bei einigen Banken in Europa und auch Deutschland zur Realität geworden. Wer sein Geld nicht „richtig“ investiert, der wird bestraft und da sich die meisten Menschen überhaupt nicht mit Investments auskennen, oder auskennen wollen, trifft es nun die breite Masse. Somit bleibt nur selbständiges lernen und investieren, Geld ausgeben, oder langsam verlieren.

Warum bereits fast jeder Mensch in unserem Land Negativzinsen auf sein Sparbuch, Tagesgeldkonto und Girokonto indirekt erhält?
Jeder mit einem Sparbuch, Tagesgeldkonto und Girokonto in Deutschland, der nicht mindestens 3 % Zinsen dafür bekommt (heutzutage unrealistisch), verliert jeden Monat etwas von seinem Geld. Der „Geldverlust“ ist nicht optisch zu sehen, im Gegenteil bei „üppigen“ 1 % Zinsen „vermehrt“ sich das Geld ja sogar, der Geldverlust ist durch Kaufkraftverlust bittere Realität. Die Inflationsrate (Teuerungsrate) ist seit längerem deutlich über dem Niveau der Zinsen auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten. Jeder „normale“ Sparbuch und Tagesgeld Sparer verliert somit seine Kaufkraft und das mit jedem Tag. Wer wie früher einfach auf einem Sparbuch spart, der verliert leider langfristig inflationsbereinigt Geld! „Normales Sparen“ wird bestraft, weshalb man bei Negativzinsen auf Sparkonten auch gerne von „Strafzinsen“ sprechen kann. Mehr zum Thema Inflation auch unter: „Was ist bzw. bedeutet Inflation und welche Auswirkungen hat sie auf die Wirtschaft?

Wie hoch könnten die „echten“ Negativzinsen bzw. Minuszinsen auf Sparbücher ausfallen?
Da es schon ein paar Banken gibt, die bei höheren „geparkten“ Geldvermögen Minuszinsen erheben, ist hier zunächst ein negativer Zinseinstieg bei – 0,10 Prozent bis – 0,25 Prozent Zinsen pro Jahr denkbar. Geringere Geldvermögen werden sich wohl weiter mit 0 Prozent auf Sparbücher und Tagesgeldkonten begnügen dürfen. Ich hoffe ja sehr, dass die Zinsen wieder etwas ansteigen, da der aktuelle Zustand zumindest für Sparer mehr als schlecht ist. Ich glaube aber in nächster Zeit wird es keine „Besserung“ in dieser Hinsicht geben. Es sieht fundamental aktuell absolut nicht nach steigenden Zinsen aus, im Gegenteil! Minuszinsen für alle, vielleicht auch Minus 1-2 Prozent im Jahr sind auf keinen Fall auszuschließen. Ich hoffe nicht das es soweit kommt! Als ich vor einigen Jahren über Minuszinsen auf Sparkonten gesprochen habe, wurde man nur belächelt, oder gleich ausgelacht, da so etwas als völlig unrealistisch angesehen wurde.

Sind Negativzinsen auch für Girokonten denkbar?
Selbst auf Girokonten wären Negativzinsen bzw. Strafzinsen denkbar, allerdings glaube ich auch hier eher, dass es größere Vermögen betreffen wird. Der Grund ist einfach. Bekommt man auf Sparbüchern für z.B. 500000 Euro -0,15 Prozent Zinsen berechnet, dann könnte man dem „Strafzins“ doch einfach entgehen, indem man sein Geld auf das Girokonto „anlegt“. Minuszinsen auf Girokonten sind somit für besonders vermögende Menschen durchaus denkbar. Allerdings würde es mir nicht in den Sinn kommen, warum man eine halbe Millionen Euro auf einem normalen Sparkonto, oder Girokonto parken sollte.

Was hilft gegen Nullzinsen und Minuszinsen auf den Konten?
Bildung und nochmals Bildung! Eigenverantwortliches Handeln und selbständige Weiterbildung zu den Themen: Finanzen, Börse, Wirtschaft und Anlagemöglichkeiten. Wer nicht bereit ist und keine Lust hat sich in Sachen Finanzen und Wirtschaft selbständig weiterzubilden, der wird verlieren. In was man investieren sollte werde ich nicht in eine „Empfehlung“ verpacken. Das würde auch den Rahmen dieses Beitrages völlig sprengen. Wichtig ist, dass man sich weder von Börsengurus, eventuell ominösen Anlageberatern und „Verkäufer-Banken“ über den Tisch ziehen lässt. Beratung und Informationen kann man durchaus annehmen, aber umsetzen sollte man es dann besser selbst. Menschen können bekanntlich sehr flexibel und locker mit Geld umgehen, vor allem wenn es nicht ihr eigenes ist und es für andere nur verwaltet wird. Komplett „selber machen“ heißt hier die Divise, oder wirklich seriöse Vermögensverwalter und Banken aufsuchen und finden, dies ist aber fast noch schwerer als sich selbst einfach hinzusetzen und intensiv zu lernen.



Fazit:
Egal ob man es Strafzinsen, Minuszinsen oder Negativzinsen auf private Sparkonten nennt, sie sind bereits Realität! Inflationsbereinigt sind sie für fast jeden Menschen in Deutschland spürbar, egal ob auf Sparbücher, Tagesgeldkonten oder Girokonten. Wer Glück hat, der besitzt noch ein altes 10-Jahres Festgeldkonto mit 5 Prozent Zinsen und mehr, ansonsten sind echte Minuszinsen auf Sparkonten für große Vermögen bereits bittere Realität. Sparen auf normalem Wege wird bestraft. Entweder man investiert, oder man gibt das Geld aus. Trotz negativer Rendite sollte aber auch bei letzterem Fall immer ein Notgroschen auf einem „langweiligen“ Sparbuch oder Tagesgeldkonto verweilen. Da hat auch die gute alte Sparkasse mit ihren „Sparslogans“ absolut Recht!

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