Skurrile Erlebnisse mit Geld, oder „Wenn es ums Geld geht, dann mach es selbst!“

Ich habe auf Grund der Blogparade von Christina Kanese diesen etwas „anderen“ Beitrag geschrieben. Gerade in Sachen Geld habe ich mit meinen noch jungen 30 Jahren schon einiges Skurriles erlebt, was ich gerne mit Euch im Bereich „Börse für Fortgeschrittene“ teilen möchte, denn da gehört das Thema für mich hin, denn alle skurrilen Erlebnisse hatte ich allein in diesem Sektor, sei es mit dem Markt selbst, oder mit Banken und ihren „Top“ Beratungen. Da ich mehrere solcher schönen, aber auch bedenklichen Erlebnisse hatte, hier die Top 5 in umgekehrter Reihenfolge.

Platz 5

Im Jahr 2007/2008 wütete die weltweite Finanzkrise, allen voran im Immobiliensektor. Zu diesem Zeitpunkt vertraute ich (im nachhinein völlig fahrlässig) mein ganzes Kapital „Offenen Immobilienfonds“ an. Die Banken empfahlen diese als sehr konservative, teils „todsichere“ Investments. Ja, das mochte Jahrzehnte lang auch stimmen. Ab 2007 jedoch für die meisten Produkte nicht mehr. Unrealistische Bewertungen innerhalb der Sondervermögen hatten zuvor die Fonds trotz bereits einbrechender Immobilienpreise schön langsam und kontinuierlich weiter steigen lassen. Als die ersten Fonds nicht mehr über ihre KAG’s handelbar waren, da immer mehr Investoren ihr Geld abzogen, entschloss ich mich diese „super sicheren“ Anlagen mit moderaten Verlusten zu verkaufen. Entgegen der meisten Banken, die beruhigen und somit große Panik vermeiden wollten, war dies die absolut richtige Entscheidung. Kaum ein offener Immobilienfonds überlebte die kommenden Jahre, die Verluste wären für mich immens geworden. Man darf gar nicht daran denken und muss dankbar sein das es so „wenig“ Verlust war. Ich habe daraus gelernt und ab diesem Zeitpunkt selbst als absolut sicher geltende Wertpapiere nie zu meinen alleinigen Investments gemacht. Auf Banken und ihre Empfehlungen höre ich schon lange nicht mehr.

Platz 4

Griechenland 2011, was hat die Merkel denn nicht alles versprochen… „Keine Umschuldung“ Niemals! 2011 war es das aller letzten Mal in meinem Leben, dass ich so blöd war einem Politiker zu glauben. Den griechischen Politikern hatte ich von Anfang an nicht geglaubt, der CDU und Merkel zu meiner Schande schon. Griechenland schuldete um und ich verlor in meiner spekulativeren Anleiheklasse schon ordentlich Geld. Selber Schuld! Da ich aber konservativ bei meinen Investments bin, hatte ich natürlich nur einen vertretbaren Teil in diese Risikoanleihen investiert. Schade ums Geld, aber Verluste an der Börse sind nun mal normal, insbesondere im spekulativen Segment.

Platz 3

Solarworld und Tesla wer kennt den Spruch nicht „Hätte ich damals doch nur gekauft“. Das trifft bei mir auf diese beiden Werte zu. Solarworld wollte ich nach reiflicher Überlegung im Jahr 2003, weit vor der solaren Boomphase kaufen. Habe ich nicht. Tesla Motors empfand ich als die super Chance der nächsten Jahre. Nicht gekauft…. Solarworld ist nach dem Boom nun wie die gesamte deutsche Solarbranche am Boden, Tesla notiert in luftigen, teils extremen Höhen. „Hätte ich doch…“ ist an der Börse irrelevant, ich habe nicht, also habe ich auch keinen Gewinn. Das Schöne ist, dass es solche Chancen immer wieder gibt. Und je mehr Kapital man besitzt, umso mehr kleinere, risikoreichere Investments kann man ohne Druck und Angst beimischen. Ein Millionär braucht weniger „Eier“ zum investieren, denn er hat genug Kapital um sich ein kleineres Risikoportfolio ohne Stress zu unterhalten.

Platz 2

Beratung bei den Banken, kann sehr lustig sein. Ich hatte 2004/2005 das kleine Experiment gewagt mich von den Banken ausgiebig beraten zu lassen, was die Anlage meines Geldes betrifft. Ich habe mich einfach als völlig ahnungsloser Kleinanleger ausgegeben und mich bei drei großen Banken (ich nenne bewusst keine Namen) rundum beraten lassen. OHJE! Verkäufer!, alle drei Banken unterhielten reine Verkäufer, die sich mit ihren Produkten kaum bis gar nicht auskannten und wahrscheinlich nur eine Grundlagenschulung erfahren hatten. Einer der „Berater“, besser „Verkäufer“, war besonderst dreist mir Produkte mit unverschämten Konditionen und einem unterirdischen Chancen/Risikoverhältnis andrehen zu wollen. Als ich dann wissen wollte, warum der Swap basierte ETF doch nicht so sicher ist und warum ich den Fonds nicht ohne Ausgabeaufschlag über die Börse angeboten komme und warum er mir kein Mini Future Short Zertifikat zur Absicherung, statt des extrem schlechten, mit hoher implizierter Vola ausgestatteten Optionsschein anbieten will, lief das Gespräch ins Leere.

Platz 1

Aus einer Bergbaufirma wird ein Onlineshop für „spezielle Spielzeuge und netter Unterwäsche“
Das wohl skurrilste Erlebnis mit Geld hatte ich knapp vor der 2000er Wende. Wohl gemerkt ein profitables Erlebnis! Damals wurde eine Bergbaufirma, die bereits in Australien an der Börse gelistet war, ich nenne es mal „umgetauft“. Ich kaufte die Aktien des Bergbauunternehmens, da vorher in den Medien von der baldigen radikalen Umfirmierung berichtet wurde. Kurze Zeit später wurde dann aus der Bergbaufirma ein Onlineshop für „Spezielle Spielzeuge und Dessous“. Der Kurs explodierte um mehrere hundert Prozent. Der Name wurde damals auch an der Börse umgetauft und ging durch die „Neue Markt“ Medien.



Was soll man aus diesem Beitrag lernen?

  1. Wenn es ums Geld geht, lerne und verwalte es selbst!
  2. Vertraue niemals auf Politiker und Versprechen!
  3. Lerne selbst wie die Märkte funktionieren, lass Dir keinen Quatsch aufschwatzen!
  4. 100 % sichere Geldanlagen gibt es nicht!
  5. Die Börse ist ständig für Überraschungen gut und gute Chancen gibt es immer wieder, trauere keinen entgangen Gewinne nach!

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