Nichts geht ohne gute Logistik, wie der Onlinehandel gewaltige Chancen und Profite für Logistikkonzerne ermöglicht

Jedes Jahr nimmt der Onlinehandel weltweit einen immer größer werdenden Stellenwert im Bezug auf Umsatz und abgesetzte Warenmenge ein. Das Wachstum schwächte sich auch in wirtschaftlich bedenklichen Phasen wie 2007/2008 kaum ab. Der Siegeszug des Onlinehandels wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit also ungebremst weiter gehen, was zu immer größeren Warenmengen nicht nur zu den großen Onlineshops selbst, sondern vor allem direkt zum Endverbraucher bzw. Kunden führt. Amazon.de ist der wohl weltweit bekannteste Onlineshop. Allein seine Warenmenge ist aktuell für DHL (Dem Paketdienst der deutschen Post) ein gewaltiger Umsatzbringer. Jedes Jahr starten tausend neue Onlineshops, von denen sicherlich einige langfristig große Erfolge feiern dürften. Zu all diesen Wachstumsbewegungen des gesamten Onlinehandels, den vielen neuen Start Ups und dem ständig wachsenden Warenverkehr, kommt zusätzlich das Geschäft mit den Retouren, welches ebenfalls über große Logistikkonzerne erfolgt. Genau diese Konzerne sind es, die für mich ein gutes langfristiges Investment darstellen, jedoch auch gleichzeitig zu den nicht ganz so antizyklischen Branchen und Aktien gehören. Die Risiken bei Logistikkonzernen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, später aber mehr dazu.

Vorstellung von zwei Logistikunternehmen mit leicht antizyklischem Charakter

Die Deutsche Post AG
Die Deutsche Post ist der Paketversender in Deutschland schlechthin. Nahezu jeder Mensch kennt hierzulande die gelben DHL Autos und hat sicherlich schon sehr viele Pakete über diesen Logistiker erhalten. Zu seinem reinen Paketgeschäft bietet die Deutsche Post AG natürlich auch noch einiges mehr. Neben vielen zusätzlichen Serviceleistungen, ist auch vom Umsatz das eher rückläufige Briefgeschäft nicht zu unterschätzen. Auch in Sachen Fracht und weltweiten Handel ist DHL ein respektables und breit aufgestelltes Unternehmen. Die Trennung von seinen ehemaligen Bankgeschäften über die Postbank kann ich ebenfalls nur gut heißen, da diese nicht zum eigentlichen Kerngeschäft des Logistikers gehörte. Wächst der Onlinehandel, dann wächst in der Regel auch DHL und somit der Gewinn der Post, Vorausgesetzt die anderen Sparten würden nicht in den Keller rutschen. Als langfristiges, aber auch ständig zu beobachtendes Investment würde ich die Deutsche Post Aktie kaufen.
WKN: 555200
ISIN: DE0005552004
Währung: EUR

Die UPS Aktie (United Parcel Service)
Auch UPS ist bei uns in Deutschland sehr bekannt, in den USA ist der Konzern einer der größten Paketzusteller und hat ebenfalls einen enormen Bekanntheitsgrad. UPS liefert hierzulande vor allem B2B Ware, also Ware von Geschäftskunden an Geschäftskunden, gewinnt jedoch auch im Privatbereich mehr und mehr an Bedeutung. Ich möchte UPS aber nicht aus deutschen Gesichtpunkten kaufen, sondern aufgrund seiner Stellung im US Markt. Die USA ist im Onlinehandel zwar schon weit fortgeschritten und der Markt stark umkämpft, jedoch ist das Potential weiterhin gigantisch. Bei den gegenwärtigen Wachstumsraten wird sich auch UPS ein Stück dieses Kuchens abschneiden können. Durch den hohen Anteil an Geschäftskunden und einem bedeutsamen Anteil an Luftfracht, ist das Unternehmen meiner Meinung nach etwas anfälliger gegen Konjunkturschwankungen.
WKN: 929198
ISIN: US9113121068
Währung: USD

Die Chancen bei langfristigen Investments in Aktien von großen Logistikkonzernen
Nimmt man den gesamten Markt des Onlinehandels, seine Wachstumsraten der Vergangenheit und vor allem seine grandiosen langfristigen Aussichten, so wird der zu verteilende Gewinnkuchen für die weltweiten Logistikkonzerne vor allem im Endkundenbereich immer größer. Die zweistelligen Wachstumsraten des weltweiten Onlinehandels werden irgendwann verschwinden, bis dahin ist aber noch viel Platz nach oben. Der klassische Einzelhandel wird dabei weiter an Bedeutung verlieren. Branchen wie Textil, Elektronik und Schmuck haben teils enorme Retourenquoten. Auch diese erhöhen die Einnahmen der großen Logistiker. In der Textilbranche sind im Onlinehandel Retourenquoten von teils 50-80 Prozent keine Seltenheit. Was für die Händler ärgerlich ist, ist für Logistikunternehmen im Endkundenbereich profitabel und ein gutes zusätzliches Geschäft. Im Ausblick steht die Gesamtheit dieser Konzerne klar auf Wachstumskurs mit sehr hohen Chancen!



Die Risiken bei einem Aktien-Investment in Logistikunternehmen
Gerade wachstumsstarke Logistikkonzerne befinden sich in einem teils mörderischen Wettbewerb, der vor allem über den Preis und eine immer bessere Leistung und Geschwindigkeit im Paketversand geprägt ist. Zwar wächst das gesamte Paketaufkommen ständig weiter, doch verstärkt sich auch der Wettbewerb zusehends. Amazon plant sogar laut einigen Medienberichten einen eigenen Paketdienst, welcher die etablierten Logistiker langfristig enorm in Bedrängnis bringen könnte. Auch der Transport über alternative Systeme wie Drohnen steht in den Startlöchern. Langfristig ist hier also bei allen Logistikern vorsicht und äußerste Aufmerksamkeit im Bezug auf die gesamte Branche gefordert, will man bei einem Investment möglichst negative „Überraschungen“ vermeiden. Auch das zyklische Risiko ist nicht zu unterschätzen, vor allem je stärker ein solches Unternehmen außerhalb des B2C Onlinehandels agiert. Industriefracht, Geschäftsverkehr und Warenlieferungen an den klassischen Handel fallen für gewöhnlich in schwachen Wirtschaftsphasen teils deutlich, genau wie oftmals auch die Aktienkurse der Logistikunternehmen! Hohe zweistellige Aktienkursverluste sollten einkalkuliert werden!

Fazit und Kritik an Logistikunternehmen an der Börse und außerhalb:
Egal ob an der Börse oder nicht, der Wachstumsmarkt der Paketbranche läuft und läuft! Die Chancen sind gigantisch, die Risken sollten jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Der ständige Preiskampf hat oft negative Auswirkungen auf viele Menschen, die bei solchen Konzernen arbeiten. Auch die großen Logistiker setzen mittlerweile Billigpersonal, mit zum Teil sehr schlechten Löhnen und Konditionen ein. Billigversender haben mitunter äußerst fragwürdige Arbeitsbedingungen und zahlen gerade mal soviel, dass die Beschäftigten halbwegs über die Runden kommen. In Deutschland kennen viele Menschen diese Probleme, ignorieren diese aber auch gerne, weil es sie meist nicht direkt betrifft und weil der Versand günstig, am besten auch immer kostenlos sein muss. Will man selbst ein Paket versenden, dann darf es erst recht nur wenig kosten. Diese Ersparnis muss aber jemand bezahlen und dies sind meist die Menschen dieser Logistiker. In absolute „Dumping-Preis“- Unternehmen würde ich daher nicht investieren.

Dieser Beitrag gehört zur Artikelserie: Antizyklische Aktien aus sieben grundlegenden Branchen für ein langfristiges Investment

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