Mein konservatives und langfristiges ETF Strategie Depot mit Sparplan

Nach wirklich sehr langer Bedenkzeit habe ich mich nun für eine neue langfristige und konservative Anlagestrategie über einen ETF Sparplan mit wenigen Regeln ab 1. Januar 2017 entschieden. Dieser wird mir in Zukunft sehr viel Arbeit ersparen, mich an allen Weltmärkten von Aktien, über Anleihen bis Gold partizipieren lassen und gleichzeitig nur ein geringes bis moderates langfristiges Risiko aufweisen. Mit anderen Worten, ich kann mich entspannt zurücklehnen und brauche nur in Ausnahmesituationen in das Depot im geringen Umfang eingreifen. Die ganze Zeit habe ich von einem einfachen Aktien ETF Sparplan bis zur gezielten Aufnahme von Anleihen in Form von ausgesuchten Einzeltiteln überlegt, wie ich mich nun ab dem kommenden Jahr möglichst stressfrei und mit äußerst geringer Zeitinvestition bzw. Aufmerksamkeit auf die Märkte positionieren kann. Aus all diesen Überlegungen kam für mich eine Kombination aus dem Besten der jeweiligen Einzelstrategien heraus und mauserte sich zu einer wirklich schönen konservativen globalen ETF Sparplanstrategie mit nur fünf einfachen Regeln und einer Menge für die Zukunft gewonnener Freizeit und Unbesorgtheit im Umgang mit den Märkten.

eine-einfache-schwankungsarme-und-langfristig-moeglichst-sichere-etf-sparplan-strategie-fuer-mein-depot
(Meine konservative und sehr sicherheitsorientierte langfristige ETF Sparplan Strategie mit nur fünf einfachen Regeln. Genauere Informationen und der Link zum Strategietext auf diesem Foto findet ihr weiter unten in diesem Beitrag)



Buchtipp:
Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen*

Warum kein reiner Aktien ETF Sparplan?
Zunächst dachte ich wie so viele Anleger an eine einfache Aktien ETF Strategie über die Klassiker MSCI World und MSCI Emerging Markets, was aus meiner Sicht auch nicht verkehrt ist, beide Indizes haben auch Einzug in meine jetzige Strategie gefunden. Das Problem an solchen reinen Aktien ETF Sparplänen ist nur, dass sie auch ohne Probleme um locker 60 % fallen können, wenn es mal wieder zu einer großen Krise kommt, was äußerst wahrscheinlich ist und mittlerweile bald 1-2mal pro Jahrzehnt vorkommt. Ich rede hier natürlich nicht von kleinen Mini Crash Situationen von -30 %. Selbst Minus 70 % an den globalen Aktienmärkten und mehr kann niemand für die Zukunft ausschließen. Was wenn dieser Zeitpunkt gerade am Ende eines Aktien ETF Sparplans liegt? Dazu kommt noch das enorme Währungsrisiko, da sowohl der MSCI World, als auch der MSCI Emerging Markets in USD notieren. Wer sagt das nicht in 30 Jahren der Euro bei einem Kurs von 2,00 zum USD steht, auch wenn es aus heutiger Sicht unwahrscheinlich ist, niemand kann das ausschließen. Dies würde einer Halbierung der ETF gleichkommen, allein schon auf Grund von Währungsverlusten. Dazu noch ein 70 % Crash und 30 Jahre Aktien ETF Sparplan sind mehr als für umsonst gewesen. Ja ich weiß, die Wahrscheinlichkeit ist nicht hoch das beides gleichzeitig und auch noch genau zum Ende eines solchen Sparplans eintrifft, aber es ist nicht ausgeschlossen und selbst wenn die Verluste „nur“ 50 % vom Hoch betragen würden, wäre es sicher ärgerlich. Ein reiner Aktien ETF Sparplan kommt für mich somit nicht in Frage, Aktien als Beimischung müssen meiner Meinung nach jedoch trotzdem zumindest im geringen Maße langfristig in einem Sparplan enthalten sein. Trotz ihrer erheblichen Schwankungsanfälligkeit haben sie eine hoher Wahrscheinlichkeit über die Jahrzehnte am Ende ordentlich Rendite erwirtschaftet zu können und im positiven Terrain zu landen. Eine permanente Absicherung des EUR gegen Fremdwährungsrisiken wäre ohne Probleme denkbar, aber auf Sicht von 30 Jahre unfassbar teuer und letztendlich aus Rendite Sicht nicht sonderlich sinnvoll. Man kann die negative Auswirkung der ständigen Absicherungskosten gut an den vielen gegen Wechselkursrisiken zum Dollar abgesicherten ETF sehen. Man sieht hier schon wie ein Daily oder Monthly Währungshedge ins Geld geht und langfristig erheblich Performance kostet.

Warum nun doch Anleihe ETF statt einzelne Anleihen?
Nun zum Teil der Investition in Einzelanleihen, welche ich Fonds und ETF definitiv vorziehen wollte. (siehe Beitrag) Das Problem ist an Einzelanleihen die geringe Streuung und selbst bei Investment-Grade Rating die Wahrscheinlichkeit auf einen Totalausfall. Auch nervig ist ein Schuldenschnitt oder gar neue Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten, wie ich es damals bei Griechenland erlebt habe. Zudem benötigen Einzelanleihen erheblich mehr Aufmerksamkeit, Einzelkontrollen und Gebühren für den Kauf und Verkauf. Würde ich aktuell nur in Langläufer investieren, dann unterliegen diese im jetzigen Zinsumfeld einem extremen Zinsänderungsrisiko und damit verbundenen sehr hohen Kursrisiken. Jetzt voll in einen ETF, Fonds oder in Einzelanleihen einzusteigen halte ich nach wie vor für absolut nicht sinnvoll und extrem risikoreich für diese Anlageklasse. Viel Aufwand wollte ich in Zukunft allerdings auch nicht damit haben und verbunden mit den höheren Kosten bei langsamen Wiedereinstieg und damit vielen Einzelkäufen von ausgesuchten Einzeltiteln unter den Anleihen machte dies nach genauer Überlegung auch wenig Sinn und eine Menge Arbeit. Daher habe ich mich für den Zwischenweg entschieden, den ich im Moment und auch langfristig für am sinnvollsten halte. Anleihen über extrem breit gestreute ETF mit niedriger Kostenstruktur und Orderentgelten über einen Sparplan zu kaufen spart in jedem Fall Zeit, vor allem für Analysen und Risikoabschätzungen bei den Einzeltiteln, welche damit wegfallen und natürlich auch erhebliche Kosten und „Pflegeaufwand“. Da ist es auch relativ egal, das Anleihen aktuell eine gigantische Blase mit teilweise Negativrenditen gebildet haben. In den nächsten Jahren wird diese Blase entweder platzen oder sich im Idealfall sukzessiv und langsam abbauen, andernfalls wird es langfristig zu erheblichen Marktverwerfungen kommen an denen keine Teilnehmer (außer vielleicht Hedgefonds und Spekulanten) interessiert sind.

Gold als Ergänzung
Auf sehr lange Sicht ist es nie verkehrt Gold als geringe Beimischung im Portfolio zur Verfügung zu haben. Gold ist extrem schwankungsanfällig und unterliegt teils gewaltigen Kurszyklen, die locker 20 Jahre und mehr betragen können, sowohl Auf- als auch Abwärts! Zudem wirft es keine Dividenden oder Zinsen ab. Im Falle großer Verwerfungen bildet es jedoch im Notfall einen der letzten sicheren Häfen. Zudem wird es in absehbarer Zeit nicht wertlos werden. (Gold langfristig sinnvoll oder wertlos?) Daher beträgt 10 % meiner Sparrate die langfristige monatliche Investition in einen Gold ETC, in diesem Fall natürlich nur einen mit physisch hinterlegten Goldbeständen, welche man sich sogar ab einer gewissen Grenze bzw. Anzahl von Anteilen in Goldbarren liefern lassen kann. In diesem Fall habe ich mich für „Euwax Gold“ der Börse Stuttgart entschieden, mehr dazu unten im Beitrag. Dieser ETC ist zu 100 % mit echten Goldbeständen hinterlegt und gewährt das Recht auf eine Lieferung des Rohstoffes.



Die Strategie im Detail
(Nachmachen ausschließlich auf eigene Verantwortung! Dies Beitrag ist keine Anlageberatung oder ähnlich Dienstleistung, sondern stellt ausschließlich meine private Meinung sowie Handlungsweise dar! Es können definitiv größere Verluste des eingesetzten Kapitals entstehen!)
Nun aber zu meiner Strategie, eine Kombination aus langfristigen Sparplan und bei extremen Marktsituationen geringen manuellen Eingreifens. (Alle ETF im Sparplan sind natürlich ausschließlich replizierende ETF und in der ausschüttenden Variante (Sichtwort „Passives Einkommen“) enthalten.

Zunächst meine Depotaufteilung:

Aktien:

  • Ishares MSCI World zu 2/3 am Aktienanteil WKN: A0HGV0
  • Ishares MSCI Emerging Markets zu 1/3 am Aktienanteil WKN: A0HGWC

Insgesamt 30 % Aktienanteil

Anmerkung: Die Kombination zu 2/3 entwickelte Märkte und 1/3 „Entwicklungsländer“ scheint mir langfristig am sinnvollsten zu sein. Weniger als 30 % in den Emerging Markets halte ich für eine Untergewichtung, da gerade diese in den nächsten 30 Jahren wohl ordentlich Potential ausspielen werden. Zudem sind in den „Entwicklungsländern“ noch heute wichtige Staaten wie Süd-Korea vertreten. Man streitet sich schon länger warum dieses noch als Emerging Market betitelt wird. China, Brasilien, Indien, Russland und Südafrika halte ich für die nächsten 30 Jahre für extrem wichtig an der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung! Auch daher sehe ich langfristig eine zu niedrige Gewichtung nicht als sinnvoll an.

Anleihen:

  • Ishares Euro Aggregate Bond zu 2/6 am Anleiheanteil WKN: A0RGEN
  • Ishares Core Euro Corporate Bond zu 1/6 am Anleiheanteil WKN: A0RGEP
  • Ishares JPMorgan USD Emerging Markets Bond zu 1/6 am Anleiheanteil WKN: A0NECU
  • Ishares Morningstar $ Emerging Markets Corporate Bond zu 1/6 am Anleiheanteil WKN: A1JWS3
  • Isahres Euro High Yield Corporate Bond zu 1/6 am Anleiheanteil WKN: A1C3NE

Insgesamt 60 % Anleiheanteil

Anmerkung: Die Kombination aus 50 % konservativen und 50 % chancenreichen Anleihen ist aus meiner Sicht ideal. Der Anteil an Staatsanleihen im Verhältnis zu Unternehmensanleihen liegt bei 20/40. Die Übergewichtung der Unternehmensanleihen ist aus Renditegesichtspunkten und auch zu Diversifizierungszwecken meiner Meinung nach langfristig viel sinnvoller als die Übergewichtung von Staaten wie in manchen Fonds oder ETF. Wer sagt denn, dass nicht irgendwann auch mal die USA Pleite gehen können oder einen Schuldenschnitt machen? Sicher würde das dann weltweit an allen Märkten zu einem gewaltigen Beben führen, jedoch wird es in ETF oder Fonds die teils zu über 60 % in US Staatsanleihen investieren zu einem extremen Einbruch führen. Das jedoch 600 Unternehmen in einem ETF gleichzeitig Pleite gehen ist eher unwahrscheinlich, auch wenn bei einer US Staatspleite sicher einige davon ausfallen werden. Wenn man über die 5 ETF in über 1000 Staaten und Unternehmen investiert ist, dann können aber auch große Pleiten gelassen gesehen werden. Wenn wirklich langfristig alles Pleite geht, dann ist ein Sparplan und das eigene Vermögen ohnehin nicht mehr wichtig. Daher auch der dritte Part im Depot zu dem ich jetzt komme…

Gold:

  • Euwax Gold (Börse Stuttgart) ETC WKN: EWG0LD mit einem Anteil von 10 % am Portfolio

Anmerkung: Wie oben bereits erwähnt ist physisch hinterlegtes Gold die letzte Instanz und „Versicherung“ im Depot, die hoffentlich nie zum Einsatz kommen muss und ganz langfristig im Idealfall einfach mit steigt. Der ETC ist natürlich mit 100 % echtem Gold in Form von Barren hinterlegt. Ich halte ETC’s ohne 100 % physische Hinterlegung und auch generell Zertifikate für die langfristige Geldanlage für viel zu unsicher, hoch spekulativ und absolut ungeeignet. Im Falle einer Emittenten Insolvenz bzw. Firmenpleite der Anbieter kann so direkt oder auch besonders frustrierend nach 30 Jahren Sparzeit von heute auf morgen ein 100 % Verlust des angesparten Kapitals entstehen! Für mich ist das für eine langfristige Geldanlage nur äußerst spekulativen Investoren zu empfehlen, das Risiko für das eingesetzte Kapital ist enorm! An der Lehman Pleite hatte man ja schön gesehen, was ein „sicheres“ und mit gutem Rating versehenes Zertifikate Produkt „wert“ sein kann!

Die prozentuale Gesamtaufteilung:
In Prozent ausgedrückt ist die Gesamtaufteilung der monatlichen Sparrate sehr konservativ und auf Kapitalerhalt vor Rendite ausgelegt. Ich möchte damit eine langfristige Rendite über dem Anleihemarkt bei deutlich reduzierter Schwankungsbreite (Volatilität) gegenüber dem Aktienmarkt erreichen. Hier die Aufteilung der Anlageklassen in der monatlichen ETF Sparplan Investition:

Aktien 30 %
Anleihen 60 %
Gold 10 %

Einen einfachen Sparplan kann man meiner Meinung nach immer leicht optimieren, ohne ihn absichern oder ständig umschichten zu müssen. Einzelne Nachkäufe oder vorzeitige Verkäufe können daher sinnvoll sein.

Mehr dazu unter:
Mein Wertpapier Sparplan, ergänzende und optimierende Strategien zum einfachen „Buy and Hold“ meiner ETF/ETC Sparplan Positionen


Weitere interessante Artikel und Beiträge

Dieser Beitrag hat Dir gefallen?
Dann freue ich mich sehr, wenn Du ihn teilst.
Vielen Dank!
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.