Kleingewerbe Abschreibungen (Afa) mit oder ohne Umsatzsteuer abschreiben. Beispiel PC

Wer ein sogenanntes „Kleingewerbe“ führt, der darf die Vorsteuer nicht geltend machen, muss im Gegenzug aber auch keine Umsatzsteuer abführen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand, da auf Grund dieser Tatsache auch die monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen nicht erbracht werden müssen. Das spart vor allem Zeit und Arbeit. Die Abschreibungen kurz „Afa“, werden jedoch auch komplett anders vorgenommen, als bei einem großen „richtigen“ Gewerbe, welches Umsatzsteuerpflichtig ist. Ich möchte den Unterschied ausführlich an einem Beispiel verdeutlichen, in diesem Fall ist es ein PC. Computer für den Bürobedarf haben aktuell eine Abschreibungszeit von 3 Jahren. Der Wert des PC’s durch 36 Monate ergibt die monatliche Abschreibungshöhe.

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Der Vergleich: Abschreiben als Kleingewerbetreibender vs. Umsatzsteuerpflichtiges Gewerbe:
Der PC kostet im Beispiel 1190 Euro inkl. Umsatzsteuer. Das heißt 1000 Netto + 190 Euro Umsatzsteuer.

Umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer/Selbständiger
Dieser holt sich sofort nach Kauf die Umsatzsteuer in Form von „Vorsteuer“ vom Finanzamt zurück, bzw. verrechnet diese 190 Euro Vorsteuer mit erhaltener Umsatzsteuer. Sind die 190 Euro vom Finanzamt erstattet, oder mit durch Dienstleistungen oder Verkäufen „eingenommener“ Umsatzsteuer verrechnet worden, so geht die Afa-Rechnung weiter mit dem Nettobetrag. Die 1000 Euro netto werden durch 36 geteilt.

Reine Abschreibung (Afa) Rechnung:
1000 Euro netto / 36 Monate = 27,77 Euro Abschreibung für den PC im Monat
27,77 * 12 Monate bedeutet also 333,33 Euro Afa bzw. Abschreibungswert für den PC im Jahr.



Kleingewerbetreibende-Regelung für Abschreibungen ohne Umsatzsteuerpflicht
Der Kleingewerbetreibende ist von der Umsatzsteuer befreit, ebenso aber auch von einem Vorsteuerabzug ausgeschlossen und bekommt so auch keine Vorsteuer vom Finanzamt zurück. Verrechnet werden kann die Vorsteuer ohnehin nicht, da keine Umsatzsteuer auf Verkäufe und erbrachte Dienstleistungen anfällt. Kurz Vorsteuer und Umsatzsteuer tangieren den Kleingewerbetreibenden nicht. Daher sieht die Rechnung auch ganz anders aus, als bei einem Umsatzsteuerpflichtigen Selbständigen.

Reine Abschreibung (Afa) Rechnung bei einem Kleingewerbe:
1190 Euro (Gesamter Bruttobetrag!) / 36 Monate = 33,05 Euro Abschreibung für denselben PC im Monat
33,05 Euro * 12 Monate bedeutet in diesem Fall 396,66 Euro Abschreibungswert im Jahr!

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Fazit: Während ein umsatzsteuerpflichtiger Gewerbetreibender direkt die Vorsteuer „zurückholen“ oder verrechnen kann, ist dies bei einem Kleingewerbe nicht möglich. Der  Umsatzsteuerpflichtige wird „nur“ seinen Nettobetrag für die Anschaffung des PC’s abschreiben. Bei einem Kleingewerbetreibenden, ist dies auf Grund der fehlenden Umsatzsteuerpflicht der gesamte Bruttobetrag, welcher für die Abschreibung zur Geltung kommt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf aktuell im Netz verfügbare Informationen und stellt selbstverständlich keine Steuerberatung oder ähnliche Dienstleistung dar. Da sich die Gesetzeslage insbesondere im Bereich Steuern ständig ändert, sollten die Informationen unbedingt mit aktuellen Daten gegengeprüft werden. Für eine dauerhafte Richtigkeit kann keine Gewähr übernommen werden. Sie sollten generell mit ihrem Steuerberater oder dem Finanzamt sprechen, damit alle Angaben in der Steuererklärung auch mit Sicherheit richtig gemacht werden können!

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