Der Markt spielt verrückt, wie geht es weiter?

Der DAX hat bei unglaublichen 10850 Punkten seinen bisher höchsten Stand erreicht, um dann auf aktuell unter 10600 Punkte zu fallen.
Der Auslöser war die bereits eingepreiste Euphorie, dass die EZB nun Staatsanleihen der Euroländer kaufen wird. Diese Euphorie, über die tatsächliche Umsetzung der EZB, entlud sich dann in eine Kursexplosion im DAX und an den europäischen Aktienmärkten.
Die Summe war zu Beginn noch spekulativ, betrug dann jedoch mehr als eine Billionen Euro!
Der Nutzen dieser Aktion wird zu Recht von vielen Marktteilnehmern und Unternehmern weltweit, insbesondere im Euro Raum kritisiert.
Der Euro fiel wie ein Stein immer tiefer in den Keller und macht mehr und mehr der US Wirtschaft und deren Exporte nach Europa zu schaffen.
Als die schweizer Notenbank dann auch noch die Kurs-Bindung an den Schweizer Franken aufhob, siehe Bericht zum Euro, kannte der Euro Kurs zum USD kein Halten mehr.



Wie geht es nun weiter an der Börse?

Die Situation ist verzwickt, zum einen gibt es tatsächlich Geld ohne Ende, zum anderen kommt dieses Geld trotz aller Bemühungen kaum beim Verbraucher an.
Die bereits vorher erwähnten Deflationsrisiken aus meinem Bericht „Deflation im Euroraum„, sind nun sogar gestiegen!
Der EZB bleibt eigentlich keine „Geheimwaffe“ mehr im Kampf gegen die Deflation, außer die große Bombe der Negativzinsen für Banken.
Damit hätten wir dann die nächste Eskalationsstufe erreicht.
Viele Banken geben beim aktuellen Nullzinsniveau bereits schon lange keine Zinsen mehr auf die Einlagen, oder winzige Beträge wie 0,05 %.
Die ersten Banken geben seit kurzem Negativzinsen auf die Einlagegelder Ihrer Kunden!

Ein Negativzins, der schon bei der EZB beginnt, würde die Sparer weiter enteignen.

Nun aber zurück zum Markt. Ich bin skeptisch das die extremen Anstiege gehalten werden können.
Die Anstiege bestehen aus reinem Momentum und den Unmengen an Geld, welches dem Markt zur Verfügung steht.
Das große Problem an dieser Situation ist, dass diese paradoxe Markbewegung Mangels Anlagealternativen sogar noch schneller Richtung Norden ziehen kann, obwohl dem jeglicher realwirtschaftlicher Hintergrund fehlt.
Die FED könnte auf Grund der Währungsprobleme des EUR/USD Verhältnisses auch bald wieder zu Aktionen greifen!
Sollte auch nur ein Funken den massiven Geldstrom stoppen, so wird es ordentlich nach unten gehen, denn realwirtschaftlich untermauert sind die aktuellen Niveaus meiner Meinung nach nicht!



Wie soll man sich in einem solchen Markt verhalten?

Ich gebe hier keine Empfehlung, teile aber meine Strategie die ich aktuell fahre mit.
Mein Basisdepot bleibt auch mit erhöhter Aktienquote von aktuell gut 30 % unangetastet.
Sollte der Markt seine Eskapaden weiter nach oben ausdehnen bin ich somit nicht sauer.
Das Depot bleibt weiter sehr breit gestreut, Deutsche Staatsanleihen und Co, sind mittlerweile für mich sinnlos geworden. Zinsen gibt es nur am ganz langen Ende der Laufzeiten, Kurssteigerungen sind nach oben zwar noch drin, aber irgendwo findet sich dann auch ein Deckel!
Anleihen habe ich hauptsächlich im Unternehmenssektor und im Ausland, insbesondere in den Emerging Markets.

Gegensätzlich dazu ist mein Wikifolio (wikifolio aufgelöst, siehe diesen Beitrag, ich bin jedoch immer noch auf wikifolio.com* aktiv.) aktuell eher Short positioniert und in Gold und Öl Long übergewichtet. Mit Öl fahre ich aktuell eine gesondere Strategie die im Bericht „Ölpreis, gleichzeitig Long und Short“ zu finden ist.
Mein Wikifolio bildet für mich aktuell den idealen Begleiter für mein Basisdepot, falls es zu einem extremen Einbruch am Aktienmarkt kommen sollte.
Nach oben habe ich mir im DAX durch Reverse Bonus Zertifikate „Luft“ verschafft. Die beiden Zertifikate in meinem Wikifolio haben jeweils Barrieren von 11500 Punkten und 12300 Punkten.
Die Laufzeiten enden im September und Dezember diesen Jahres.



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