Betrug bei Quoka Kleinanzeigen, per Überweisung Vorkasse auf ein deutsches Inlandskonto gezahlt und keine Ware erhalten, die geringe Wahrscheinlichkeit trotz Anzeige bei der Polizei sein Geld wieder zu sehen

Jetzt ist es uns auch passiert, meine Frau hat bei Quoka bei einer angeblichen privaten Verkäuferin einen „Quinny“ Kinderwagen für 150 Euro gekauft. Die Anzeige sah durchaus sehr seriös aus, fast schon zu professionell. Innerhalb kürzester Zeit ging die „Verkäuferin“ auch auf den Verhandlungspreis meiner Frau ein und gab ihre IBAN und BIC an, um den entsprechenden Betrag zu überweisen. Das tat meine Frau dann auch umgehend, es handelte sich um ein deutsches Konto bei einer eher kleinen Bank, welche sich nach kurzer Recherche meinerseits jedoch nur als reine Firmenkunden und Geschäftsbank für Auslandszahlungsverkehr bzw. Sammelkonten entpuppte. Meine Frau sagte mir nach zwei Wochen nachdem sie das Geld überwiesen hatte, dass der Kinderwagen einfach nicht verschickt wurde. Ich weiß natürlich, dass die Zahlungsart Vorkasse bei Privatverkäufen auch auf deutsche Inlandskonten recht risikoreich ist und natürlich gerne von Betrügern bei Quoka, Ebay Kleinanzeigen und anderen Onlinebörsen genutzt wird. Nach kurzer Recherche über die BIC DEKTDE71002, fand ich die Deutsche Kontor Privatbank, welche die Marke bzw. den Service der sogenannten „Sofort Bank“ anbietet. Es handelt sich also um ein seriöses deutsches Bankenunternehmen, welches zumindest für mich als Hoffnung auf unser an die Betrügerin (wenn es überhaupt eine Frau war) überwiesenes Geld galt. Nach ein wenig weiterer Recherche hatte ich jedoch unser Geld welches wir bei dem Quoka Betrug verloren hatten recht schnell komplett abgeschrieben, bzw. gab ihm nur noch eine sehr geringe Chance auf Rückzahlung, siehe Beitrag.


(Bei Quoka handelt es sich um ein seriöses und gutes Kleinanzeigenportal, welches leider wie anderen Konkurrenten auch einen Tummelplatz für Internetbetrüger und damit verbundene zahlreiche Warenbetrugsfälle sowie andere Betrugsversuche bietet. Die deutsche Kontor Privatbank und ihre Marke die Sofort Bank sind seriöse Unternehmen, was jedoch nicht einen Betrugsfall durch einige derer Kunden genau wie bei anderen Banken auch ausschließt. Insbesondere gilt dies bei den sogenannten „Sammelkonten“ über die nicht selten eine betrügerische Nutzung durch Kriminelle stattfindet, denen auch wir zum Opfer gefallen sind und dadurch einen finanziellen Schaden erlitten haben.)



Eigener Fall – Die Betrugsmasche bei Quoka Kleinanzeigen
Wie bereits in der Einleitung erwähnt handelte es sich bei unserem Fall um einen klassischen Warenbetrug über ein Kleinanzeigenportal in diesem Fall mit dem bekannten Namen „Quoka“. Die angebliche Vorkäuferin stellte eine seriös klingende und recht professionelle Anzeige über einen Kinderwagen der Marke „Quinny“ ein. Angeblicher Wohnort Deutschland in Castrop-Rauxel NRW und gab sich den Namen Claudia G. Nachname gekürzt, nach ausgiebiger Recherche existiert eine solche Person jedoch gar nicht in dieser Stadt. Direkt stutzig wurde ich als ich das Konto überprüfte. Eine deutsche Bank, jedoch nur für Gewerbetreibende bzw. Selbständige und Firmen. Auch die Kommunikation lies erste Zweifel aufkommen, leider war das Geld zu diesem Zeitpunkt schon bei dem Betrüger/in. Die Vorauskasse stellt selbstverständlich bei Privatkäufen auf Kleinanzeigemärkten ein erhöhtes Risiko betrogen zu werden dar. Dies war für uns jedoch die letzten 10 Jahre nie ein Problem und es gab keinen Betrug während dieser Zeit. Auf Auslandskonten wurde von uns generell nie etwas überwiesen, dort kann man sein Geld in der Regel zu 99 Prozent vergessen, wenn man einem Betrüger aufgesessen ist, das gleiche gilt für Scheckzahlungen im Falle auf der Verkäuferseite. Hoffnung gab mir zunächst, dass es sich um ein deutsches Konto bei einer seriösen deutschen Bank handelte, zumindest nach erster Prüfung der BIC und IBAN. Es stellte sich jedoch heraus, das es sich um ein sogenanntes Sammelkonto entpuppte, wie ich nach freundlichen Telefonkontakt mit der Bankmitarbeiterin erfahren durfte. Natürlich konnte sie aus Datenschutzgründen keine weiteren Daten nennen, jedoch war hier von einer Claudia G. nicht die Rede. Mir war es schon vorher recht bewusst, aber Sammelkonto heißt in der Regel ebenfalls -> Geld weg, Rückbuchung ausgeschlossen, selbst im Betrugsfall. Hinter Sammelkonten bzw. den Firmen der Sammelkonten kann sich jeder verbergen und das Geld, welches zu der deutschen BIC bzw. IBAN überwiesen wurde, wird direkt auf dieses Sammelkonto gutgeschrieben. Auch nach mehrmaliger Drohung die Polizei einzuschalten wurde sich seitens der Betrüger/in nur noch einmal gemeldet, angeblich wäre ihr Kind im Krankenhaus. Danach kam keine Nachricht mehr und wir gingen zur Polizei. Leider ist die Aufklärungsquote in einem solchen Fall extrem gering und meist gewinnen die Betrüger auf den Kleinanzeigemärkten.

Die Betrugsmasche der Kriminellen über ein Sammel-Konto bei einer deutschen Bank
Deutsche Banken sind sicherer im Betrugsfall als Auslandskonten, diese Regel gilt auch immer noch, da man bei den meisten Instituten den Eigentümer bzw. Inhaber des Bankkontos ausfindig machen kann und somit auch rechtlich belangen kann. Dies ist zwar nicht immer der Fall, aber deutlich wahrscheinlicher als auf einem ausländischen Konto. Sammelkonto Betrüger verbergen sich wie der Name schon sagt hinter einem sogenannten Sammelkonto irgendeines Anbieters z.B. eines Privatunternehmens und das teils mit Fake Accounts, verschlüsselten Konten und anderen Tricks. Wer also immer noch das Risiko einer Überweisung per Vorkasse eingehen möchte und dem die Ziel Bank also die BIC und IBAN trotz deutschem Inlandskonto seltsam vorkommt, der sollte die Bank anrufen und fragen, ob es den Empfänger auch wirklich gibt und ob es sich um eine sogenanntes Sammelkonto handelt. Betrüger lieben Sammelkonten und können sich recht gut und anonym dahinter mit allerhand Fake Namen und Accounts verstecken und anderen Menschen durch Warenbetrug und weiteren Maschen das Geld abziehen, ohne dass eine große Chance besteht sein Geld zurück zu bekommen. Die Banken die solche Sammelkonten anbieten sind wiederum seriöse deutsche Institute und Marken, die Inhaber und Nutzer dieser Konten wiederum können leicht Betrüger sein.

Die Anzeige bei der Polizei und die Erfolgsaussichten sein Geld wieder zu sehen
Unsere Anzeige bei der Polizei erfolgte in einem Abstand von gut einem Monat nach Betrugsfall bzw. Geldzahlung an diese Betrüger. Die Polizei teilte uns direkt mit das dies auch eine gute Zeit wäre eine Anzeige zu erstatten, da es ja auch oft sein kann, dass Verkäufer die nur vermeintliche Betrüger sind in Urlaub gehen oder in ein Krankenhaus müssen und sich ein solcher Betrug im Nachhinein als großes Missverständnis entpuppt. Man teilte uns aber auch direkt mit das diese Betrugsmasche extrem häufig ist und die Wahrscheinlichkeit das Geld das wir durch die Betrüger über die Plattform Quoka durch Warenbetrug verloren hatten wohl eher nicht wieder zurück bekommen können. In den meisten Fällen sind das alles Fake Konten und eben Sammelaccounts die reichlich genutzt werden und eine Prüfung selbst durch die Polizei zu keinem Ergebnis führt. Die Täter machen sich ganz schnell aus dem Staub, schließen Konten oder lassen sich das alles auf Paysafe Karten oder in Form von Bitcoins auszahlen und sind somit gar nicht erst auffindbar. Schade, eine Anzeige ist jedoch in jedem Fall eine richtige Entscheidung, in seltenen Fällen können die Betrüger am Ende doch ausfindig gemacht werden. Aber auch so ist eine Anzeige wichtig um die Masse an Kleinanzeigen Betrügern einfach mal in die Öffentlichkeit und sei es nur Anhand einer Statistik über Internetkriminalität zu ziehen und den Gesetzgeber zu schärferen Maßnahmen zu bewegen.



Fazit:
Eine Überweisung per Vorkasse enthält immer ein deutliches Risiko für ein Warenbetrugsdelikt und ist eine beliebte Masche bei Betrügern, insbesondere auf Kleinanzeigenportalen! Auf Auslandskonten würde ich daher nie Geld überweisen, auch für Inlandskonten ist inzwischen extreme Vorsicht geboten. Wir haben hier kein Vertrauen mehr durch diesen Betrugsfall, auch wenn es der Erste seit über einem Jahrzehnt Vorkassenzahlungen bei den Kleinanzeigenportalen ist. Wer dennoch im Voraus auf deutsche Konten überweist, vor allem bei Banken die er nicht kennt, der sollte unbedingt nachfragen ob es sich bei der betreffenden IBAN um ein Sammelkonto handelt. Diese Sammelkonten sind ein Tummelplatz für Betrügern und teils ominöse Anbieter aus dem Ausland und Briefkastenfirmen. Das Geld wird von den Banken direkt durchgereicht und landet oftmals auf Fake Accounts und ist somit verloren. Ein Rücküberweisung des Geldes durch einen Betrug bei Quoka, Ebay Kleinanzeigen und Co, ist in der Regel in einem solchen Fall nicht möglich. Die Banken haben das Geld auch schon gar nicht mehr, da es bereits den Sammelkonten gutgeschrieben wurde und in den Händen der Betrüger ist. Meiner Meinung nach dürfte diese Form der Konten so nicht existieren und die Banken müssten verpflichtet werden das Geld erst nach 40 oder besser 60 Tagen freizugeben und bei polizeilicher Anzeige sofort zu sperren. Auf dem Schaden von 150 Euro bleiben wir zunächst wohl sitzen, wenn nicht doch irgendwie die Polizei etwas herausfinde kann. Trotz geringer Wahrscheinlichkeit für eine Aufklärung sollte man immer zur Polizei bei solchen Warenbetrugsfällen und allen anderen Betrügereien gehen. Wir wurden dort sehr freundlich beraten und es dauerte insgesamt nur eine knappe Stunde mit der Anzeige, zudem besteht eine geringe Chance auf Aufklärung und Druck auf den Gesetzgeber hier etwas zu Gunsten des Schutzes der Bürger vor derartigen Betrügereien zu ändern.


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